Phänologie: Pflanzenbeobachtungen als Zeiger für Jahreszeiten und Klimawandel

Willkommen bei der Informationssammlung zu unserem Phänologie-Monitoring, das naturgucker.de in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) durchführt.

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Allgemeines

Buchtipp zum Thema

Wenn Sie selbst gern phänologische Beobachtungen sammeln oder Ihr Wissen über die Phänologie aufbauen beziehungsweise erweitern möchten, dann könnte das im März 2020 im Haupt Verlag erschienene Buch "Pflanzen im Rhythmus der Jahreszeiten" genau das Richtige für Sie sein. Es vermittelt in kompakter und allgemeinverständlicher Form das wichtigste Hintergrundwissen und stellt 60 Pflanzenarten sowie deren relevanten Entwicklungsstadien in Wort, Bild und Zeichnung vor.

Das Autorenteam legt nicht nur Wert darauf, komplexe Zusammenhänge leicht nachvollziehbar darzulegen. Es werden auch jede Menge hilfreiche Tipps für die Praxis gegeben. So wird es leichter, sich in die Regeln einzuarbeiten, die der zielgerichteten Datenerfassung als Basis dienen und sowohl von interessierten Laien als auch von hauptberuflichen Wissenschaftlern genutzt werden.

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Allgemeines über die Phänologie

Einst haben die Menschen die Natur sehr genau beobachtet, um rechtzeitig die Saat auszubringen oder den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abzupassen. Wann welche Pflanzen erstmals blühen, war für sie oft wichtiger als ein Kalender. Denn abhängig vom Witterungsgeschehen des jeweiligen Jahres in der betrachteten Region kann der Blühbeginn einer Pflanzenart etwas früher oder später als im durchschnittlichen Mittel stattfinden. Einen fixen, allgemeingültigen Termin gibt es nicht.

Seit einigen Jahren verlagert sich der Beginn der Blütezeit einiger Pflanzen zusehends auf frühere Zeitpunkte im Jahr. So berichtete beispielsweise die SWR-Sendung "Planet Wissen" im März 2014 über das Phänomen der immer früher stattfindenden Apfelblüte. Demnach habe sich der durchschnittliche Blühbeginn innerhalb der vergangenen 30 Jahre um zehn Tage nach vorn verschoben (Quelle). Dies belegt: Wann Pflanzen ihren Blühbeginn haben, ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch des Klimas – oder eben des Klimawandels.

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) führt naturgucker.de ab 2018 ein Projekt durch, in dessen Rahmen Beobachtungsdaten zu bestimmten Pflanzenarten gesammelt werden sollen. Es geht dabei um die Phänologie, also um die im Jahresverlauf auftretenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen dieser Pflanzen. Hierbei wird das Jahr nicht nur in vier Jahreszeiten unterteilt, sondern in deutlich feiner abgestufte phänologische Jahreszeiten. Jede dieser phänologischen Jahreszeiten wird durch eine sogenannte Leitphase eröffnet, also zum Beispiel der Vorfrühling durch die Blüte der Gemeinen Hasel, siehe hierzu auch der Beitrag "Die phänologische Uhr" des DWD.

Wer sich an unserem Phänologie-Monitoring beteiligen und Beobachtungsdaten – am besten immer aufgewertet mit Belegbildern - melden möchte, den bitten wir darum, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte bezüglich der Zielarten zu lenken, die wir weiter unten erläutern. Denn damit sich eine homogene phänologische Datensammlung ergibt, sollten alle Beobachter dieselben Details im Blick behalten. Freilich können Sie darüber hinaus alle weiteren Beobachtungen ebenfalls auf naturgucker.de dokumentieren, also wenn Sie beispielsweise draußen auch Singvögel oder Schmetterlinge gesehen haben. Hier finden Sie einen Hintergrundbeitrag zum Thema "Welche Beobachtungen sollte man melden?".

Aufgabe Vorfrühling

Laut Kalender ist es dann zwar noch Winter, doch die phänologische Jahreszeit "Vorfrühling" fängt meist Ende Februar oder Anfang März an. Wichtige Zeichen dafür, dass der Vorfrühling da ist, ist der Blühbeginn der Gewöhnlichen Hasel, des Schneeglöckchens, der Schwarz-Erle und der Sal-Weide. Darüber hinaus findet um diese Zeit die Vollblüte des Winter-Jasmins statt und im Alpenraum beginnt der Austrieb des Berg-Ahorns.

Im Rahmen des Monitorings melden Sie bitte die Beobachtungen folgender Pflanzen auf naturgucker.de oder NABU-naturgucker.de:

  1. Blühbeginn Gewöhnlichen Hasel
  2. Blühbeginn Kleines Schneeglöckchen
  3. Blühbeginn Sal-Weide

Sie können dabei entweder Beobachtungen zu allen drei genannten Pflanzen melden oder auch nur zu einer beziehungsweise zwei der drei – jede Beobachtung zählt!

Wichtig ist hierbei, was unter Blühbeginn zu verstehen ist: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, zu dem die ersten Blüten eines Exemplars der jeweiligen Pflanzenart geöffnet sind. Die ersten Blüten sollten sich an mindestens drei Stellen der beobachteten Pflanze bereits voll geöffnet haben. Somit sind die Staubgefäße zwischen den geöffneten Blütenblättern gut sichtbar, sofern sie groß genug sind, um mit dem bloßen Auge erkannt zu werden.

Bei der Gewöhnlichen Hasel ist es oft so, dass Windstöße die blühenden männlichen Kätzchen in Schwingungen versetzen, wodurch gelber Blütenstaub (Pollen) freigesetzt wird. Dies geschieht oft auch, wenn die Zweige einer blühenden Sal-Weide erschüttert oder vom Wind bewegt werden.

In Mitteleuropa kommen neben der Sal-Weide noch einige weitere Weidenarten vor, die im Vorfrühling ohne Blätter für den Laien oft nur schwer zu erkennen sind. Dabei ist die Sal-Weide meist die erste Art, die blüht; die Silber-Weide blüht beispielsweise erst im April nach dem Blattaustrieb.

Für Insekten, darunter vor allem Bienen, ist die Sal-Weide im noch recht blütenarmen Vorfrühling eine wichtige Nahrungsquelle.

Hinweis: Falls die von Ihnen beobachteten Pflanzen noch nicht blühen, sondern nur Knospen zeigen, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf naturgucker.de oder NABU-naturgucker.de melden. Geben Sie dann bitte als Detail "knospend" an.

Mehr Details zu den oben genannten Pflanzenarten finden Sie unter "Artbeschreibungen".

Aufgabe Erstfrühling

Der Einfluss des Winters auf die Pflanzen- und Tierwelt schwindet zusehends und in den meisten Jahren beginnt etwa Anfang März der phänologische Erstfrühling. Eingeläutet wird er durch die Blüte der Garten-Forsythie, der Zielart unseres Phänologie-Monitorings. Außerdem ist die Blattentfaltung von Stachel- und Johannisbeere charakteristisch für den Erstfrühling, und etwas später blühen dann auch Kirsche, Pflaume, Birne, Schlehdorn und Ahorn. Im Erstfrühling beginnt zudem der Blattaustrieb der Rosskastanie und der Birke. Circa eine Woche später ist er bei der Rot-Buche, der Linde und beim Ahorn ebenfalls zu beobachten.

Im Rahmen unseres Monitorings, das wir gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) durchführen, melden Sie bitte Ihre Beobachtungen folgender Pflanzen auf naturgucker.de oder NABU-naturgucker.de:

  1. Blühbeginn Garten-Forsythie
  2. Blüte Scharbockskraut

Sie können dabei entweder Beobachtungen zu beiden genannten Arten melden oder nur zu einer – jede Beobachtung zählt!

Wichtig ist hierbei, was unter Blühbeginn zu verstehen ist: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, zu dem die ersten Blüten eines Exemplars der Garten-Forsythie geöffnet sind. Die ersten Blüten sollten sich an mindestens drei Stellen der beobachteten Pflanze bereits voll geöffnet haben. Somit sind die Staubgefäße zwischen den geöffneten Blütenblättern gut sichtbar, sofern sie groß genug sind, um mit dem bloßen Auge erkannt zu werden.

Etwas anders verhält es sich beim Scharbockskraut. Es wächst meist in größeren Gruppen, weshalb der Blühbeginn für die einzelnen Exemplare nicht leicht zu definieren ist. Aus diesem Grunde wird im Monitoring die Blüte erfasst: Innerhalb einer (größeren) Ansammlung von Scharbockskraut-Exemplaren sollte mindestens die Hälfte aller Blüten voll geöffnet sein.

Hinweis: Falls die von Ihnen beobachteten Pflanzen noch nicht blühen, sondern nur Knospen zeigen, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf naturgucker.de melden. Geben Sie dann bitte als Detail "knospend" an.

Mehr Details zu den oben genannten Pflanzenarten finden Sie unter "Artbeschreibungen".

Aufgabe Vollfrühling

Laut Kalender ist bereits Frühling, wenn der phänologische Vollfrühling beginnt. Geprägt ist er dadurch, dass die Apfelblüte beginnt, außerdem blüht auch der Flieder sowie etwas später die Himbeere. Bei der Stieleiche ist nun auch der Beginn des Blattaustriebs zu beobachten. Am Boden sind weitere Frühblüher zu finden, darunter Lerchensporne, Blausterne und Märzenbecher; der Bär-Lauch zeigt Knospen und beginnt später zu blühen.

Nicht überall setzt der Vollfrühling gleichzeitig ein, sondern er wandert aus südlicher Richtung in nördliche Gefilde: Meist beginnt er seine "Reise" Ende Februar im Südwesten von Portugal, um dann rund 90 Tage später Finnland zu erreichen. Demnach "wandert" er mit einer Geschwindigkeit von 40 km pro Tag nordwärts durch Europa. 

Im Rahmen unseres Monitorings, das wir gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) durchführen, melden Sie bitte Ihre Beobachtungen folgender Pflanzen auf naturgucker.de oder NABU-naturgucker.de:

  1. Blühbeginn Kultur-Apfel
  2. Blüte Bär-Lauch

Sie können dabei entweder Beobachtungen zu beiden genannten Arten melden oder nur zu einer – jede Beobachtung zählt!

Wichtig ist hierbei, was unter Blühbeginn zu verstehen ist: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, zu dem die ersten Blüten eines Exemplars des Kultur-Apfels geöffnet sind. Die ersten Blüten sollten sich an mindestens drei Stellen der beobachteten Pflanze bereits voll geöffnet haben. Somit sind die Staubgefäße zwischen den geöffneten Blütenblättern gut sichtbar, sofern sie groß genug sind, um mit dem bloßen Auge erkannt zu werden.

Etwas anders verhält es sich beim Bär-Lauch. Er wächst meist in größeren Gruppen, deshalb wird im Monitoring die Blüte erfasst: Innerhalb einer (größeren) Ansammlung von Exemplaren des Bär-Lauchs sollte mindestens die Hälfte aller Blüten voll geöffnet sein.

Hinweis: Falls die von Ihnen beobachteten Pflanzen noch nicht blühen, sondern nur Knospen zeigen, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf naturgucker.de melden. Geben Sie dann bitte als Detail "knospend" an.

Mehr Details zu den oben genannten Pflanzenarten finden Sie unter "Artbeschreibungen".

Beobachtungen dokumentieren

Am besten dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen mit entsprechenden Bildern. Wer Meldungen in Rheinland-Pfalz macht, sollte neben der Gebietsangabe auch eine Punktverortung vornehmen, damit die punktgenauen Beobachtungsdaten später dem ArtenFinder zur Verfügung gestellt werden können.

Gerne können Sie außerdem Fotos anderer Arten hochladen und bei Bedarf Bestimmungshilfen durch die Fachbeiräte oder andere Nutzer von naturgucker.de in Anspruch nehmen. Probieren Sie es aus!

Zum Melden Ihrer Beobachtungen müssen Sie übrigens entweder bei naturgucker.de registriert sein oder Sie können diesen

 

Direktmeldelink

verwenden. Für das Melden von Beobachtungen über diesen Link müssen Sie bei naturgucker.de nicht einmal angemeldet sein.

Wenn Sie auf eines der Bilder der in dem Formular aufgeführten Arten klicken, öffnet sich ein Fenster, in dem Sie alle auf naturgucker.de vorliegenden bestimmungsrelevanten Fotos der jeweiligen Art sehen. Somit haben Sie die Möglichkeit, Bildmaterial anzuschauen, das Ihnen typische Merkmale der Pflanzenarten zeigt.

Detaillierte Hilfestellungen zur Bedienung des Meldeformulars finden Sie hier.

Projektlaufzeit

Da der Fokus auf mehreren Pflanzenarten und unterschiedlichen Vegetationsphasen liegt, erstreckt sich die Laufzeit des Phänologie-Monitorings von naturgucker.de und des DWD praktisch über das gesamte Jahr. Oft können die ersten Arten bereits im Januar beobachtet werden, die letzten sind bis in den November oder Dezember hinein in der entsprechenden Phase zu sehen. Sie können mit Ihren Beobachtungen also während des gesamten Jahres einen Beitrag zu dem Monitoring leisten.

Hier finden Sie eine Gesamtübersicht aller Zielarten und Vegetationsphasen unseres Phänologie-Monitorings:

Phänologische JahreszeitArt(en)
Vorfrühling1. Hasel (Blühbeginn)
2. Schneeglöckchen (Blühbeginn)
3. Sal-Weide (Blühbeginn, gelbe Staubbeutel sichtbar)
Erstfrühling1. Garten-Forsythie (Blühbeginn)
2. Scharbockskraut (Blüte)
Vollfrühling1. Kultur-Apfel (Blühbeginn)
2. Bär-Lauch (Blüte)
Frühsommer1. Schwarzer Holunder (Blühbeginn, erste Dolde zur Hälfte aufgeblüht)
2. Eberesche (Blühbeginn)
Hochsommer1. Rote Garten-Johannisbeere (erste Früchte reif)
2. Wilde Karde (Blüte)
Spätsommer1. Apfel, frühreifend (erste Früchte reif, erstes Durchpflücken lohnt sich)
2. Eberesche (erste Früchte voll ausgefärbt)
Frühherbst1. Schwarzer Holunder (erste Früchte voll ausgefärbt)
Vollherbst1. Rosskastanie (erste Früchte fallen herunter)
Spätherbst1. Eberesche (Blattfall, 50 % gefallen)
Winter1. Apfel, spätreifend (Blattfall, 50 % gefallen)

 

Hinweis: Grundsätzlich sind all Ihre Beobachtungen – auch von Arten, die nicht im Fokus des Monitorings stehen – während des gesamten Jahres auf naturgucker.de sehr willkommen.

 

Artbeschreibungen

Gemeine Hasel (Corylus avellana)

Die Gemeine Hasel wird im deutschen Sprachraum auch als Haselstrauch oder Haselnussstrauch bezeichnet. Es handelt sich um einen sommergrünen Strauch, der für gewöhnlich circa 5 m hoch wird. Der phänologische Vorfrühling wird wird durch den Blühbeginn der Gemeinen Hasel eingeleitet. Ihre Blütezeit beginnt je nach Landesteil und Höhenlage meist im Januar oder Februar; sie findet bei dieser Pflanzenart grundsätzlich vor dem Blattaustrieb statt.

An einem Haselstrauch befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die Art ist somit monözisch. Männliche Haselnussblütenstände sind hängend, länglich und kätzchenförmig. Sie bilden sich bereits im Herbst des Vorjahres und überwintern, wobei sie geschlossen sind. Mit dem Blühbeginn öffnen sie sich, wodurch die winzigen gelblich-grünen Blüten sichtbar werden. Zwischen 3 und 7 cm sind die männlichen Blütenkätzchen lang.

Sehr unscheinbar sind die weiblichen Blüten. Sie sehen Laubknospen ähnlich und sind von bräunlichen Knospenschuppen umhüllt; ihre Länge beträgt nur etwa 3 bis 5 mm. Lediglich ihre rosaroten bis roten Narben ragen heraus. Diese sind etwa 2 bis 3 mm lang.

Natürliche Standorte, an denen die Gemeine Hasel vorkommt, sind zum Beispiel lichte Wälder und Feldhecken, zudem wächst sie an Wegrändern und ist außerdem in manchen Parkanlagen sowie in Gärten zu finden.

Wegen ihrer essbaren Früchte, der Haselnüsse, ist sie bei den Menschen seit langem beliebt. Auch eine ganze Reihe von Tierarten, darunter Spechte und Mäuse, nutzen Haselnüsse als Nahrung.

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Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Das Schneeglöckchen, auch Kleines Schneeglöckchen oder Gewöhnliches Schneeglöckchen genannt, gehört zu den ersten Blühern des Jahres. Für sehr früh im Jahr fliegende Insekten ist das Schneeglöckchen eine wichtige Nahrungsquelle.

Beim Schneeglöckchen handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, seine Wuchshöhe beträgt meist 7 bis 15 cm. Für gewöhnlich wachsen Schneeglöckchen in Gruppen. Typisch für die Art sind die einzeln stehenden, nickenden Blüten. Dass die für das menschliche Auge weißen Blüten sogar bei Schnee zielsicher von Insekten gefunden werden, liegt darin begründet, dass sie ultraviolettes Licht absorbieren können. Insekten wie Bienen und Hummeln können ultraviolettes Licht wahrnehmen. Für sie leuchten die Schneeglöckchen regelrecht auf und sind deshalb selbst bei Schnee gut sichtbar.

Zu den Standorten, an denen das Schneeglöckchen angetroffen werden kann, gehören Auenwälder und feuchte Laubmischwälder. Es wächst bevorzugt auf sickerfeuchten und nährstoffreichen Böden. Als Zierpflanze ist es in Parks und Gärten sehr beliebt.

Das Schneeglöckchen ist giftig. Der größte Teil der Giftstoffe befindet sich in den Zwiebeln, die dieser Pflanzenart als unterirdische Überdauerungsorgane dienen.

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Sal-Weide (Salix caprea)

Weil sie bereits sehr früh im Jahr blüht, ist die Sal-Weide für Insekten wie Bienen und Hummeln eine ausgesprochen wichtige Nahrungspflanze. Typisch für sie ist, dass ihre Blütezeit vor dem Blattaustrieb stattfindet. 

Zwischen 2 und 10 m, mitunter sogar bis zu 15 m, können Sal-Weiden groß werden. Diese sommergrünen Bäume werden durchschnittlich 60 Jahre alt. Bei jungen Exemplaren ist die Rinde am Stamm grau und sie weist rautenförmige Korkwarzen auf. Ältere Sal-Weiden haben eine graue bis schwarzbraune Borke mit rautenförmigen Aufsprüngen, die in Reihen regelmäßig angeordnet sind. Charakteristisch ist die meist recht breite Baumkrone.

Sal-Weiden sind eingeschlechtlich. Das heißt, es gibt Bäume mit männlichen und Exemplare mit weiblichen Blüten. Sie sind in beiden Fällen kätzchenförmig und es stehen in aller Regel mehrere Blüten aufrecht beieinander. Oval bis breitoval sind die männlichen Kätzchen, sie haben eine Länge von 1,5 bis 2,5 cm Länge und sind circa 1,5 cm breit. Bei ihnen sind deutlich die gelben Staubbeutel zuerkennen, wohingegen die weiblichen Blütenkätzchen kurz-zylindrisch geformt sind. Ihre sehr kleinen Blüten sind grünlich gefärbt.

Zu finden sind Sal-Weiden meist an frischen, nährstoffreichen Standorten. Anders als andere in Mitteleuropa heimische Weiden-Arten wachsen sie außerhalb von Auen und Sümpfen.  Außerdem kommt die Art Pionierpflanze auf Brachflächen, Schutthalden und in Kahlschlägen auf lehmigen und steinigen Rohböden vor. Ihr Blühbeginn liegt in aller Regel vor dem anderer Weiden-Arten.

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Garten-Forsythie (Forsythia x intermedia)

Die Garten-Forsythie wird häufig auch einfach als Forsythie bezeichnet. Weitere im deutschen Sprachraum gebräuchliche Namen lauten Goldflieder und Goldglöckchen. Es handelt sich bei der Garten-Forsythie um eine Hybride zweier Arten aus der Gattung der Forsythien (Forsythia); in Europa ist die Hybride F. suspensa × F. viridissima recht weit verbreitet. Als Zierpflanze ist die Garten-Forsythie beliebt und findet sich vor allem in Gärten, Parkanlagen und beispielsweise auf Friedhöfen.

Bei der Garten-Forsythie handelt es sich um einen aufrecht wachsenden Strauch, der eine Wuchshöhe von 3 - 4 Meter erreichen kann. Charakteristisch ist, dass die leuchtend gelb gefärbten Blüten vor dem Blattaustrieb erscheinen. Je nach Sorte ist der Blühbeginn in der Zeit von März bis Mai.

Hinweis: Weil die meisten Sorten der Garten-Forsythie von Insekten nicht genutzt werden, werden diese Pflanzen von einigen Experten kritisch gesehen. Erwähnt sei außerdem, dass sämtliche Teile der Garten-Forsythie als schwach giftig gelten.

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Scharbockskraut (Ficaria verna)

Beim Scharbockskraut handelt es sich um eine frühjahrsgrüne, ausdauernde krautige Pflanze. Ihre Wuchshöhe beträgt 10 bis 20 cm. Weithin sichtbar sind die leuchtend gelben Blüten.

Das Scharbockskraut wächst von Natur aus häufig und oft zahlreich in Auenwäldern und krautreichen Laubmischwäldern. Daneben tritt es aber auch regelmäßig in den Grünanlagen der Städte und Siedlungen auf, bevorzugt an schattigen bis halbschattiger Standorten wie beispielsweise unten altem Baumbestand oder im Heckenbereich.

Die Art ist nicht zuletzt aufgrund ihrer frühen Blütezeit (ab März) eigentlich unverwechselbar. Die gelben Blüten ähneln denen der nah verwandten Hahnenfuß-Arten (Ranunculus). Von diesen unterscheidet sie sich aber schon im Habitus durch ihre ungeteilten, rundlich-herzförmigen, meist glänzenden Laubblätter, ihre geringe Wuchshöhe und dem meisten rasenförmigen, das heißt den Boden bedeckenden Wuchs.

Mitunter tritt das Scharbockskraut gemeinsam mit dem Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) auf.

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Kultur-Apfel (Malus domestica)

Der Kultur-Apfel gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kultur-Pflanzen, da seine Früchte – die Äpfel – als Nahrung ausgesprochen beliebt sind. Deshalb hat der Kultur-Apfel auch eine große wirtschaftliche Bedeutung.

Apfelbäume sind sommergrün und sie können 8 bis 15 Meter hoch werden. Ihre Krone ist oft recht breit, sofern die Bäume im Freiland stehen. Kommerziell genutzte Apfelbäume können in ihrem Aussehen stark von der zuvor beschriebenen Form abweichen und kleiner sein sowie über eine weniger stark ausladende Krone verfügen.

Die Blüten stehen einzeln oder in doldigen Schirmrispen und ihre fünf Kronblätter sind weiß oder leicht rosa gefärbt; Blütenknospen sind immer relativ stark rötlich. Für Bienen sind Apfelblüten sehr attraktiv.

In Mitteleuropa beginnt die Apfelblüte meist im Mai. Sie läutet im phänologischen Kalender den den Vollfrühling ein.

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Bär-Lauch (Allium ursinum)

Der Bär-Lauch ist ein Verwandter des Schnittlauchs, der Zwiebel und des Knoblauchs. Es handelt sich bei ihm um eine ausdauernde krautige Pflanze und er erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 50 cm. Unterirdisch befindet sich eine sehr schlanke, längliche Zwiebel, aus der die Laubblätter und die Blütenstängel wachsen. In der Küche werden die Blätter zum Würzen verwendet.

Zu finden ist der Bär-Lauch insbesondere in Wäldern. Vielerorts wächst er in großen Gruppen und bildet somit dichte "Rasen".

Von Ende März bis bis Mai dauert die Blütezeit dieser Pflanzenart, die Blüten sind weiß und stehen kugelig angeordnet zu mehreren beieinander.

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